Penedo, Praia do Forte e Salvador de Bahia

Weiter ging unsere Reise entlang der Linha Verde, durch viele Zuckerrohrplantagen bis nach Penedo. In diesem verschlafenen Dorf am Rio Sao Francisco war an diesem Wochenende wirklich nichts los. Trotzdem fanden wir ein kleines einheimisches Restaurant und die Besitzerin verkaufte uns auch gleich die Spezialität des Hauses "jacaré". Klar das wir dies bestellten obwohl wir keine Ahnung hatten was es ist. Sie meinte nur es kommt aus dem Fluss, neugierig was es wirklich war?...

Natürlich Kaiman (ein Süsswasserkrokodil), zubereitet an einer feinen roten Sauce mit Reis und dazu Farofa ein typisches brasilianisches Gemisch mit Maniokmehl. Dies streuen die Brasilianer praktisch über jedes Gericht. Wir fanden es köstlich :-)

Weiter gings an unglaublich vielen Kokosplantagen der Estrada do Coco entlang nach Praia do Forte. Praia do Forte ist ein touristisches Örtchen, hier liessen wir während vier Tagen die Seele baumeln, genossen die gemütlichen Restaurants, den langen Strand, die frischen Fruchsäfte und Capis aber nur das wäre uns natürlich dann doch ein wenig zu langweilig. :-)

Wir besuchten direkt am Strand das Meeres-Schildkrötenprojekt TAMAR. Hier wurden vor fast 30 Jahren von den damaligen Mitarbeitern in ganz Brasilien ca. 8000 frisch geschlüpfte Schildkröten ins Meer gesetzt, heute sind es ca. 6 Millionen. Die Strände von Praia do Forte gehören zu den wichtigsten Nistplätzen der Schildkröten. Deshalb wurde an diesem Ort einer der ersten Stützpunkte des Projektes eingerichtet. TAMAR ist inzwischen auf mehr als 1000 Kilometern an Brasiliens Stränden tätig.

Das Besucherzentrum ist sehr schön gestaltet und gibt einem einen tollen Einblick in die Arbeit des Projektes. Es gibt fünf verschiedene Meereschildkröten-Arten an Brasiliens Küsten und der Lebenszyklus wird detailliert beschrieben. Früher wurden alle Schildkröteneier eingesammelt und zu den Brutgehegen gebracht. Heute werden die meisten Gehege nur markiert und bleiben am Strand. Zur meiner Entzückung konnten wir neben ein paar Grossen auch ganz kleine Meereschildkröten bewundern.

An einem Tag unternahmen wir eine Buggy-Tour. Wir besuchten die Ruinen des Castelo Garcia D'Avila. Dies war eines der ersten grossen portugisischen Schlösser welches in Brasilien gebaut wurde. Der Baustart erfolgte im Jahre 1551 und sage und schreibe 77 Jahre später war es endlich fertig. Heute sind leider fast nur noch Ruinen übrig aber man kann sich trotzdem denken, welch schönes Plätzchen die Portugiesen sich hier ausgesucht haben. Anschliessend gings weiter durch das Sapiranga Naturschutzgebiet, wo Chris einen kleinen Schwumm im Fluss nahm.

Nach vier Tagen entspannen gings gestern weiter nach Salvador. Die Stadt ist die afrikanische Seele des Landes. Hier blüht die afrikanische Kultur der Sklavennachfahren wie nirgendwo sonst in der Neuen Welt. Das Viertel Pelourinho ist das pulsierende, historische Zentrum der Stadt, wir sind grad eine Strasse weiter in San Antonio. Unser Guesthouse ist ein alt-ehrwürdiges portugiesisches Herrschaftshaus mit einem tollen Ausblick auf den Hafen. Neben den zahlreichen Kirchen, dem bunten Treiben in den Gassen gab es auch die ersten Kostproben wie es während der Karnevalzeit so tönt. Hier in Salvador findet der zweitgrösste Karneval Brasiliens statt und nicht wenige behaupten, er sei unübertroffen. Die lauten Trommelgruppen sind zur Zeit als Übungsgruppen unterwegs. Man kann nur schwach erahnen wie es sich anhören muss wenn die Strassen voll damit sind. Hier ist jedes Punkkonzert von der Lautstärke her nichts dagegen und wir wären danach sicher mindestens 5 Tage taub :-).

Das Viertel Pelourinho liegt in der Oberstadt mit dem Elevador Lacerda fährt man für knappe 4 Rappen in die Unterstadt :-). Dort befindet sich das wirtschaftliche Zentrum es ist aber überhaupt nicht zu vergleichen mit New York oder einer sonstigen Weltmetropole ;-).

Am Abend genossen wir im "Cafelier" bei einem feinen Fruchsaft und leckerem Salat den traumhaften Sonnenuntergang über der Bucht.

Am zweiten Tag in Salvador liessen wir es sehr gemütlich angehen, Wir besuchten auf der Halbinsel Itapagipe die "Igreja Nossa Senhora do Bonfim". Der Grossteil des Lebens in Bahia dreht sich um die afrobrasilianische Religion Candomblé. Die 1745 erbaute Kirche beherbergt ein Christusbild, dem in ganz Bahia Wunderheilungen nachgesagt werden. 
Den späteren Nachmittag genossen wir auf unserem Balkon oder in der Hängematte in der Pousada. Am Abend liessen wir uns die ca. 50 minütige Show "Balé Folclorico da Bahia" im Teatro Miguel Santana nicht entgehen. Die Tanzshow zeigt einen kulturellen Überblick von Salvador. Von Sklavenverteigungstänzen bishin zu Capoeira und Samba de Roda. Die Show war voller Power und man merkt, dass die Leute dies einfach im Blut haben. Die Begeisterung ist auch aufs Publikum rübergesprungen. Es war kurz aber intensiv. Wir fanden es genial! 

Morgen am 18. Oktober geht's weiter.. wir fliegen nach Cuiaba und besuchen nun zuerst das nördliche Pantanal.

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Kommentare: 5
  • #1

    Caro (Montag, 19 Oktober 2015 10:11)

    Brutal schöne und interessante Landschaft.... Geniale Eindrücke.

  • #2

    Bea (Dienstag, 20 Oktober 2015 08:56)

    Hallo ihr zwei. Absolut tolle Bilder und danke, dass wir so ein wenig dabeisein können.
    Bleibt gesund und liebe Grüsse Bea

  • #3

    Katja (Freitag, 23 Oktober 2015 16:21)

    Ich ich sehe es geht euch gut. Hier wird's langsam kälter und ich wünschte mir ich wäre bei euch in der Sonne :-). Geniesst weiterhin eure Reise.

  • #4

    eun joo kim (Dienstag, 27 Oktober 2015 01:23)

    what a wonderful couple you are !!!

  • #5

    Mirjam (Mittwoch, 28 Oktober 2015 19:33)

    Hübsches Paar ihr seid und tolle Fotos ihr macht. Schöne Haare du hast. Warten wir müssen, bis du sein zurück. (Grammatik gelernt bei Yoda) :-)