Puerto Madryn, Peninsula Valdes, Rawson, Punta Tombo und Punta Lomo

Puerto Madryn
Nach 20 Stunden Busfahren inklusive Essen wie im Flugzeug und mehr oder weniger Schlaf sind wir am 8. November in Puerto Madryn angekommen. Zum Glück war unser Guesthouse nicht weit vom Busterminal entfernt und wir konnten dahin laufen. Am Abend spazierten wir vor dem Essen noch dem grossen breiten Sandstrand entlang und siehe da, schon haben wir den ersten Wal entdeckt. Dieser schien zusammen mit einem Kleineren Richtung Pier zu schwimmen - also nichts wie hin ;-)

Ich im Stechschritt vorne weg und Chris hinterher ;-) waren wir schon bald auf dem Pier angekommen. Die Mühe hat sich gelohnt. Mutter Wal und ihr Kalb schwommen eine zeitlang am Pier entlang und anschliessend sogar unter dem Pier durch. Wir konnten Sie sehr gut von oben beobachten. Die Mutter war sicherlich fast 20 Meter lang und ihr Kalb ca. 12 Meter. So nah hab ich noch fast nie einen einen Wal gesehen. Vom Anblick so fasziniert, schoss ich nur ein paar Bilder, es war einfach zu eindrücklich, dies so und nicht durch die Kameralinse zu sehen.

Für die nächsten Tage haben wir uns ein Auto gemietet, damit wir auf eigene Faust diese wunderbare Gegend erkunden können. Ebenfalls haben wir direkt eine Unterkunft auf der Peninsula Valdes für 2 Nächte gebucht. Diese Halbinsel vor Puerto Madryn ist seit 1999 ein Unesco Weltkulturerbe. Vorallem die Fauna welche es auf der Insel oder rund um die Insel im Meer gibt ist fantastisch. Magellan-Pinguine, Seelöwen, Seeelephanten (das sind die mit der lustigen Schnauze), Southern Right Wales, ab und zu sogar Orcas, Kormorane, Guanacos, Maras, graue Füchse, Gürteltiere, Perlsteisshuhn, Strausse, Echsen, Cuis Chico und viele mehr. Wir haben "fast" alle zu Gesicht bekommen. Nun aber erst mal alles der Reihe nach.

Peninsula Valdes

Die Abholung des Autos verlief problemlos und schon ging die Fahrt los Richtung Peninsula Valdes. Wir entschieden uns nicht auf direktem Weg dorthin zu fahren sondern über die Schotterpiste durch das Naturreservat El Doradillo. Da uns mitgeteilt wurde, dass man die Wale hier auch direkt vom Strand aus sehen kann. An verschiedenen Stops welche sehr gut angeschrieben sind kommt man runter zum Meer. Die Landschaft rundherum gleicht einer wüstenähnlichen Steppe. Wir genossen die Fahrt durch diese unendliche Weite und auch hier haben wir Wale direkt vom Strand aus erblickt. Diese hier entspannten sich im seichten Wasser und liessen es sich einfach gut gehen :-). Schon bald kam der Parkeingang der Halbinsel in Sicht, wir bezahlten das Eintrittsgeld und konnten, da wir dort übernachteten die Insel in mehreren Tagen zum gleichen Preis besichtigen. Am Abend genossen wir in einem gemütlichen Restaurant ein einfaches leckeres Essen und anschliessend einen tollen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen organisierten wir gleich die Tickets für die Whale watching Bootstour um 10.00 Uhr. Leider war das Meer ziemlich unruhig und wir haben auf der Tour nur zwei Wale beim Essen erblickt. Diese waren dementsprechend nicht sehr lange an der Oberfläche. Keine heissbegehrte grosse Schwanzflosse und auch kein Jump. Die Tour war somit eher ein bisschen enttäuschend hat aber trotzdem Spass gemacht

Gleich danach fuhren wir mit einem Pick-Nick bewaffnet zum ersten Stop der Insel zum Punta Cantor. Dort erblickt man Seeelephanten und Pinguine. Weiter ging die Fahrt nach Punta Norte. Unterwegs sahen wir Strausse mit ihren Jungen. Am Punta Norte hätte man die Möglichkeit Orcas zu sichten, doch leider wurde uns dies verwehrt. Na gut es war auch nicht gerade Hauptsaison. Da hier der Strand sehr flach ist, gehen die Orcas zwischen Januar und Februar dort auf Seelöwen Jagd. Dafür huschte zur Freude von mir, uns hier ein scheues Gürteltier über den Weg. 

Auf der Rückfahrt am Abend nach Puerto Piramides haben wir Maras, viele Guanacos und Perlweisshühner gesehen. Obwohl man viele Kilometer auf einer Schotterpiste zurücklegt, liegt der Vorteil vom eigenen Auto ganz klar darin, dass man auch anhalten kann wann und wo man will. Die Tourbusse fahren bei solchen Tieren einfach vorbei.

Am Morgen darauf wollten wir dem untersten Zipfel der Insel - Punta Delgado noch einen Besuch abstatten. Wir sind auch hingefahren, jedoch ist dieser Ort privat und man kommt nur mit einer Tour ganz nah an die Seelephanten ran. Diese startete jedoch erst um 14.30 Uhr und fast 5 Stunden warten wollten wir dann doch nicht. Also gings zurück noch an den kleinen Salzseen vorbei welche es ebenfalls auf der Insel gibt. Hier haben wir bereits einen Vorgeschmack auf die Salar de Uyuni bekommen ;-).

Rawson und Punta Tombo

Wieder zurück in Puerto Madryn angekommen, haben wir im Guesthouse Jeremie und Anila aus Frankreich kennengelernt. Beim Gespräch ergab sich, dass wir bereits ein Auto haben und am nächsten Tag planen nach Punta Tombo zu fahren. Kurzerhand beschlossen wir diesen Tag gemeinsam zu verbringen. Sie bezahlten uns einen Teil ans Auto und ans Benzin und los ging die Fahrt am nächsten Tag.

Die Fahrt führte vorbei an der kleinen Stadt Rawson. Diese liegt ebenfalls am Meer und von dort kann man Bootstouren zu den Toninas (Commerson Delphine) unternehmen. Am Hafen beim Tourbüro Toninas Adventure fragten wir an ob es am Morgen noch eine Tour gibt. Die überaus freundliche Dame, sprach kurzerhand über Funk mit dem Captain und wir vier kamen keine 10 Minuten später in den Genuss einer privaten Bootstour. Na das nenn ich doch mal eine glücklicke Fügung :-).

Im Hafen des Rio Chubut tummeln sich bereits die ersten Seelöwen, von dort fährt man raus in den offenen türkisblauen Atlantik. Schon bald schnellten die kleinen neugierigen, weiss-schwarzen Delfine am Boot vorbei. Es war cool diese pfeilschnellen Säuger während ca. 1 1/2 Stunden zu beobachten. Auf der Rückfahrt hatten wir nochmals riesen Glück und sahen sogar noch die grossen grauen Delfine (Flipper's :-)). Der Captain meinte dies ist wirklich ein Glückstag denn diese Art von Delfine sind nur 1-2 mal im Monat in der Bucht anzutreffen.

Nach einem gemütlichen Pick-Nick am Strand ging die Fahrt weiter nach Punta Tombo. In Punta Tombo nistet die grösse Magellan-Pinguin Kolonie von der Welt. In der Hauptsaison im Januar sind dort bis zu 1 Million von diesen süssen kleinen tapsigen Bewohnern anzutreffen. Wir haben viele gesehen welche in Ihrem Bau lagen und Ihre Eier am ausbrüten waren. Das Gebiet / Insel ist 210 Hektaren gross und besteht hauptsächlich aus Lehm, Sand und Stein. Viele dieser Magellan-Pinguine laufen bis zum Meer bis zu 2 Kilometer. Wir haben uns vorgestellt, dass Ihr GPS schon sehr gut ausgeprägt sein muss, damit Sie ihre Höhle auch wieder finden. Auch mit den Feinden kamen wir in Berührung. Die grossen Seemöven schweben über der Insel auf der Suche nach einem nicht besetzten Nest um daraus die Eier zu klauen. Hautnah konnten wir beobachten wie das vor sich ging und wie die Möwe genüsslich den Inhalt des Eis verspeiste. Tja Mutter Natur ist manchmal ziemlich grausam aber auch das gehört halt dazu. Ich weiss viele Pinguin-Fotos aber sie sind einfach zu süüüüsss :-).

Die Rückfahrt nach Puerto Madryn verlief ziemlich ruhig, da wir doch alle von diesem Tag ziemlich geschafft waren. Trotzdem ging ein sehr eindrücklicher und toller Tag zu Ende.

Punta Lomo

Da wir das Auto am nächsten Tag noch bis 16.00 Uhr zur Verfügung hatten, beschlossen wir auch Punta Lomo noch einen Besuch abzustatten. Dort befindet sich eine relativ grosse Seelöwen Kolonie sowie eine grosse Kormoran Kolonie welche an den Steinswänden nistet. Auf der Rückfahrt kamen wir nochmals in den Genuss einen Wal ganz nah am Ufer zu beobachten. Ein bisschen weiter draussen erblickten wir dann einen springenden Wal welcher auch noch mit der Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche schlug. Wiedereinemal hätte ich gerne ein grosses Zoomobjekt dabei gehabt, aber mit der kleinen Kamera gelangen mir trotzdem ein paar Schnappschüsse auch wenn ein bisschen verpixelt ;-).

Nach vielen tollen Eindrücken an Argentiniens Atlantikküste fliegen wir morgen 14. November nach Ushuaia  - in die südlichste Stadt der Welt.

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