Back in Chile - Puerto Montt - Chiloé Insel

Von Bariloche gings am 3. Dezember mit dem Bus über den Pass Cardenal Antonio Samoré wieder nach Chile genauer gesagt nach Puerto Montt. Da wir diesesmal von Argentinien nach Chile über den Landweg einreisten, verlief das Prozedere am Zoll eindeutig komplizierter. In Argentinien gings ruck zuck und der ganze Bus hatte seinen Stempel im Pass. Am chilenischen Zoll hiess es erstmal alle aussteigen inkl. Handgepäck. Dann mussten wir das Handgepäck auf eine Bank legen und alle in Reih und Glied anstehen. Das grosse Gepäck wurde natürlich ebenfalls aus dem Bus ausgeladen und draussen auf eine riesige Ablagefläche aufgereiht. Während dem anstehen, kam ein Mann mit einem Spürhund. Dieser hatte jedoch nicht die Aufgabe nach Drogen zu suchen, sondern nach Frischwaren, wie Früchte, Schinken etc. Doch das "Mandarindli" von Chris hat er nicht erschnüffelt ;-).

Im Busbahnhof von Puerto Montt angekommen, gingen wir auf die Suche nach einem Taxi. Der ältere Herr wollte einfach nicht arbeiten und nahm uns auch nicht mit. Na dann, Pech gehabt wir liefen durch den Busbahnhof zum nächsten Ausgang. Auf dem Weg dorthin sprach uns plötzlich ein Chilene an und sagte ob Chris nicht Mr. Blatter sei. Wir waren völlig verwirrt und der erste Griff war in die Tasche - ist der Pass noch da - woher kennt der unseren Namen? Er zeigte uns dann auf seinem Mobile die Passkopie von Chris und sagte wir hätten doch ein Auto gemietet. Das nennen wir doch ein super Glück. Wir haben nämlich tatsächlich über eine kleine chilenische Autovermietung renacar.cl für die nächsten 3 Wochen ein Auto gemietet. Der Typ der uns das Auto ins Guesthouse bringen wollte, war gleich noch am Busbahnhof um sein Retourticket nach Santiago zu kaufen. Was für ein Zufall. Somit kriegten wir unser super cooles 4WD Auto bereits dort und mussten somit kein Taxi bezahlen.

Puerto Montt ist nicht wirklich eine schöne Stadt - für uns war es auch nur eine Zwischenstation. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto los - nochmals Richtung Süden auf die Insel Chiloé.

Hier scheint die Welt stehen geblieben zu sein. Alles funktioniert ein wenig langsamer als auf dem Festland. Eine Brücke für auf die Insel gibt es keine. Die Chilenen hätten gern eine die Chiloten lehnen es ab und wollen lieber unter sich bleiben. So kommt man auch nur per Fähre über den Kanal von Chacao auf die Insel. Nach einer halbstündigen Fahrt landen wir auf dieser unglaublich saftig grünen Insel welche die zweitgrösste in Chile ist.

Wir fahren durch das Einland und schliesslich entlang der Küste bis nach Castro. Dort decken wir uns mit Essen ein, da wir auf der Insel ein sogenanntes "Cabanas" Häuschen gemietet haben. Wir entscheiden uns Castro morgen früh einen weiteren Besuch abzustatten. Unser Cabana liegt im kleinen Aussenort von Castro in Chonchi. Dort angekommen haben wir uns gleich in dieses zuckersüsse Häuschen mit wunderbarer Aussicht auf das Meer verliebt. Das Wetter trug natürlich dazu bei, den wir hatten strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Dies ist keine Selbstverständlichkeit auf Chiloé. Die etwa 50 Kilometer breite und 180 Kilometer lange Insel zählt zu den niederschlagsreichsten in dieser Gegend, hat eine hohe Luftfeuchtigkeit und der Nebel ist normalerweise allgegenwärtig. Wir haben davon aber nichts mitgekriegt. Deshalb fällt es uns auch schwer an die sagenumworbenen Geschichten über Kobolde, Hexen und Geisterschiffe zu Glauben. 

Die bekannteste Geschichte handelt von Kobold "Trauco" der hier im Schutz des Küstennebels Jungfrauen entführt um sie zu schwängern. Ebenfalls wartet der Fährmann Tempilcahue an der Küste auf die Seelen, die vom Ende der Welt ins Paradies wollen. Solche und weitere mystische Geschichten werden seit Generationen auf der Insel weitergegeben.

In den nächsten Tagen auf der Chiloé Insel besichtigten wir eine grosse Anzahl der Holzkirchen die im 17. Jahrhundert von Jesuiten erbaut wurden. Einige davon gehören zum Weltkulturerbe und haben eine spezielle Bauweise, die ohne Schrauben und Nägel auskommt. In Castro darf man sich die bunten "Palafitos" Holzhäuser auf Stelzen am Ufer nicht entgehen lassen. 

Auf einer der kleinen Nebeninsel, welche man auch nur per Fähre erreicht, in Achao besuchten wir das einheimische Cordero "Lammfest" und haben uns zusammen mit den Einheimischen an einen Tisch gesetzt und diese Köstlichkeit probiert. Ich gönnte mir noch einen "Terremoto" ein Erbebendrink welcher es in sich hatte. Es ging mir danach ziemlich gut.. ;-). Chris bestellte sich einen "traditionellen chilenischen Kaffee". Er staunte nicht schlecht als heisses Wasser und Nescafe Pulver aufgestellt wurde ;-).

Unser nächstes Ziel war der Parque Nacional de Chiloé. Nach einer ca. 1 stündigen Fahrt erreicht man Cucao und den Parkeingang. Hier wird man mit einer Wanderkarte ausgestattet. Ein Rundweg führt vorbei an dichten Kieferwäldern, einen Nebelwald mit knorrigen Tepu-Bäumen, patagonischen Zedern und noch vielen weitern Bäumen und Pflanzen. Hier ist das Land der Huillilche Indianer, Chiloés Ureinwohner, deren Vorfahren in dieser Abgeschiedenheit die Kolonisation durch spanische Eroberer und chilenische Grossgrundbesitzer überlebt haben.

Die Chiloé Insel hat uns super gefallen, wir hatten fast die ganzen 3 Tage Sonnenschein und unser Häuschen hätten wir am liebsten nicht mehr hergegeben, aber wenn man bedenkt, dass es sonst auf der Insel mehr als 280 Tage im Jahr regnet, sind wir doch froh, dass wir weiterziehen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Caro (Samstag, 26 Dezember 2015 11:27)

    Auch nicht schlecht. Super toll, dass ihr gutes Wetter hattet, bei einer solchen Regenprognose (280 Tage im Jahr Regen) :-)