Talca - Schmalspurbahn Ramal und Nationalparks

Talca ist der Hauptort der Region Maule und liegt in einer sehr fruchtbaren Ebene zwischen der Pazifikküste und der Andenkordillere. Der Ort hat eine sehr schöne Plaza, wirkt jedoch eher ein wenig ländlich und verschlafen. Im Touristoffice erkundigten wir uns nach der Zugfahrt nach Constitucion. Wir bekamen die nötigen Infos und beschlossen bereits am nächsten Tag die Zugfahrt in Angriff zu nehmen.

Die einzige Schmalspurbahn welche es in Chile noch gibt ist die Strecke von Talca nach Constitucion ans Meer. Für umgerechnet knapp 4 Franken fährt der Zug die 100 Kilometer in ca. 3.5 Stunden nach Constitucion. Der mittelalterliche Ramal Zug mit nur zwei Wagons fuhr bereits um 7.15 Uhr von Talca ab. Vorbei an Gemüse- und Obstplantagen, grossflächigen Weingütern mit ihren vielen Weinreben über zahlreiche Holzbrücken dem Rio Maule entlang. Eine erlebnisreiche Fahrt die nicht nur für die Touristen ausgelegt ist. Die Bahn ist das einzige Transportmittel für die Bevölkerung aus dieser ländlichen Gegend. Der Zug hält dann auch inmitten der Landschaft ohne Stationsangabe, doch die Bewohner dieser Gegend wissen ganz genau wann und wo sie ein- oder aussteigen können. Die Strecke ist ebenfalls nur einspurig, doch in der Halbzeit gibt es eine grössere Station wo sich die Züge kreuzen. Hier kann man aussteigen, sich was zu Essen oder zu Trinken kaufen und nach ca. 20 Minuten geht die Fahrt weiter.

In Constitucion angekommen liefen wir durch das Städtchen bis zum Meer und zum Naturmonument Piedra de la Iglesia. Der riesige Felsen im Meer wird von zahlreichen Pelikanen, Kormoranen und Seemöwen als Nistplatz genutzt. Unterhalb des Felsens tummeln sich auch einige Seelöwen im Meer. Nach einem feinen späteren Mittagsschmaus gings dann auch per Bus in ca. 2 Stunden bereits wieder zurück nach Talca. 

Nationalpark Altos de Lircay

Hier unternahmen wir am nächsten Tag eine kleine Wanderung und erblickten dabei so einige spezielle Tierchen unteranderm auch eine Tarantula, welche jedoch komplett ungiftig ist. Die 300 Höhenmeter hoch und wieder runter bewältigen wir in einer guten Zeit und mein Knie machte auch sehr gut mit.

Nationalpark Radal Siete Tazas

Von Talca ging die Reise weiter Richtung San José de Maipo. Unterwegs besuchten wir den Nationalpark Radal Siete Tazas mit seinen vielen tollen Wasserfällen. 

Beim Parkausgang sah ich anschliessend zwei junge Mädels am Strassenrand stehen und bevor wir einstiegen, sagte ich zu Chris, schau die "stöppeln" sicherlich. Wir fuhren los und tatsächlich schon streckte die eine den Daumen raus. Wir entschieden uns die beiden Ladies mitzunehmen. Sie waren nach einer mehrtägigen Tour im Nationalpark auf der Rückreise nach Valparaiso und unglaublich froh eine Mitfahrgelegenheit gefunden zu haben. Wir unterhielten uns sehr gut und es stellte sich heraus, dass die beiden aus Spanien sind und in Valparaiso studieren. Nach fast 200 Kilometern in Puento Alto kurz vor Santiago liessen wir die beiden bei der Metrostation raus. Sie bedankten sich überschwänglich und wir tauschten noch E-Mail Adressen. Von Sandra erhielten wir dann auch umgehend einige Tipps zu Valparaiso. Unser Weg führte uns weiter ins Cajon del Maipo in den kleinen Ort El Manzano.

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