Salta und die Kindermumien

Im Cuatro Lunas B&B in Salta wurden wir sehr herzlich empfangen. Da unser Zimmer noch nicht ganz bereit war, machten wir uns gleich auf zum Busterminal, um unsere Tickets für nach San Pedro de Atacama (Chile) zu besorgen. Die Busfahrt soll sehr spektakulär sein, weshalb wir dies unbedingt auch so machen wollten. Die Ticketbesorgung wurde ein sehr schwieriges Unterfangen und unsere Planung wurde komplett über den Haufen geworfen ebenso hat es uns fast den letzten Nerv geraubt, warum lest selbst.

Im Busterminal angekommen, klapperten wir die einzelnen Unternehmen ab und zu unserem Erschrecken erfuhren wir, dass der nächstmögliche Bus, welcher noch Platz hat nach San Pedro erst am 9. Januar fuhr. Hilfe was machen wir dann bloss so lange in Salta? Eine Woche einfach rumhängen, dass wollten wir dann doch nicht. Somit kehrten wir ohne Bustickets zum Guesthouse zurück, bezogen unser Zimmer und ich loggte mich mit dem PC gleich ins Internet ein. Uns blieb nichts anderes übrig als zu fliegen, nur wie und mit welchen Zwischenstopps? Auch diese Suche stellte sich eher schwierig dar. Nach langem hin und her und prüfen der einzelnen Möglichkeiten buchten wir schliesslich einen Flug mit mehreren Zwischenstopps inkl. Übernachtung. Wir flogen von Salta (AR) nach Buenos Aires (AR) - Übernachtung in der Nähe des Flughafens. Am Flughafen von BA versuchten wir verzweifelt gut 45 Minuten ein Taxi zu kriegen. Erst um 1 Uhr nachts kamen wir schliesslich ins Bett und wurden bereits um 5.30 Uhr wieder an den Flughafen gefahren wo wir nach Santiago (CL) und anschliessend weiter nach Calama (CL) - dies ist der nächste Flughafen von San Pedro de Atacama, flogen. Von Calama ging's per Bus innerhalb 1 1/2 Stunden nach San Pedro. Was für eine Reise!!! Aber wir haben somit keinen Tag verloren und kamen am 5. Januar wie geplant in San Pedro an :-).

So nun aber genug zu unserer langen vorgeholten Reiserei, schliesslich befinden wir uns immer noch in Salta und hier gab's ein paar eindrückliche Dinge zu sehen. Mit dem Teleferico fuhren wir auf den Cerro San Bernardo und genossen die tolle Aussicht auf die Stadt und das umliegende Tal. In der Innenstadt begutachteten wir einige Kirchen und statteten dem Museum of High Altitude Archaeology auch MAAM genannt einen Besuch ab. 

Das Museum dokumentiert die im Jahre 1999 erstaunliche Entdeckung  von drei 500 Jahre alten Kindermumien, die in einer Höhe von 6700 Metern am Vulkan Llullaillaco gefunden wurden. In dem dortigen Klima, trockene Luft und eisige Kälte, blieben die Körper, die Textilien und die Sakralobjekte, welche man den Toten beigegeben hatte, fast vollständig erhalten. Das Museum ist klein und extrem runtergekühlt und man erfährt so einiges über die Inka-Kultur, ihre Religion und natürlich über die Ausgrabung der Mumien. Von den drei Kindern ist immer nur eines ausgestellt. In einer Glasvitrine welche auf -20 Grad runtergekühlt ist, sahen wir den siebenjährigen Jungen. Zusammengekauert sass er dort wie ein Embryo, klein und zerbrechlich und irgendwie total unecht. Diese grausame Tradition schnürte mir die Kehle zu, ab diesem sonst so beeindruckenden Volk und ich war froh nach diesem Erlebnis wieder ans Tageslicht zu kommen.

Die Geschichte dahinter ist ebenfalls sehr gruselig. In der frühen Inkazeit, glaubten die Menschen, dass wenn Sie der Mutter Erde Opfer bringen, diese Ihnen gut gesinnt ist. Somit veranstalteten die Inkas die Capacocha Zermonie. Das Gebiet der Inka bestand aus mehreren Regionen. Die Inka-Herrscher forderten ihre Getreuen regelmässig auf, aus ihren Gebieten, die schönsten und reinsten Kinder zu opfern. Diese wurden dann zu einem zentralen Fest in Cusco gebracht, bei dem sie verheiratet und umhergezeigt wurden. Die formelle Hochzeit diente dazu, die Bande zwischen den einzelnen Regionen und Familien für die Lebenden zu festigen. Nach dem mehrtägigen rituellen Fest wurden die Kinder wieder in ihre Dörfer gebracht, geschmückt und mit reichlich Grabbeigaben beschenkt. Danach brachte man alle auf den für die Inka heiligen Berg Llullaillaco. Dort wurden Sie mit einem Maisschnaps betrunken gemacht und, sobald sie eingeschlafen waren, samt der Beigaben, lebendig begraben.

Wir werden sicherlich noch einiges mehr über das Reich der Inkas erfahren auf unserer weiteren Reise durch Südamerika.

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