Sucre - die weisse Hauptstadt Boliviens

Von Uyuni ging es per Nachtbus weiter nach Sucre, in die schönste Kolonialstadt Boliviens. Mit ihren vielen weissen gut erhaltenen Gebäuden aus dem 18ten Jahrhundert wurde sie 1991 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Sucre hatte bis 1899 auch den Regierungssitz Boliviens, leider verlor sie dann wegen den schlechten Verbindungen zum Rest des Landes diesen an La Paz. Noch heute beherbergt die Stadt jedoch den Obersten Gerichtshof Boliviens.

Als wir um 5 Uhr bei unserem Hostal CasArte Takubamba eintrafen, öffnete uns ganz verschlafen ein junger Mann und brachte uns direkt ins "Fernsehzimmer" wo wir auf den Sofas ein wenig weiterschlafen konnten ;-). Es war ziemlich kalt dort drin und schlafen konnte ich nicht mehr wirklich. Unser Zimmer bezogen wir dann erst um ca. 13.00 Uhr. Vorher machten wir uns jedoch auf den Weg in die Innenstadt.

Meine Kamera benötigte eine dringende Reparatur. Das Zoom war total kaputt, der viele Sand und vorallem der viele Gebrauch haben ihr nicht sehr gut getan. Bei einem Kodak-Express geführt von Chinesen, konnte ich die Kamera abgeben und er meinte "Si si sin problemas". Diese Aussage wird mir noch zum Verhängnis. Dazu mehr später.

Anschliessend buchten wir in einem Tourbüro eine Hiking-Tour für den übernächsten Tag, zurück im Guesthouse buchten wir noch den bolivianischen Kochkurs inkl. Marktbesuch für den nächsten Tag. Danach relaxten wir eine Runde und Chris ging, während ich schlief, für sage und schreibe CHF 2.20 zum Coiffeur ;-).

Nach einem sehr feinen Frühstück fuhren wir mit unserer Kochlehrerin zum Mercado Campesino. Da wir uns entschieden haben eine Bolivianische Suppe (Sopa de Mani) zu kochen, kauften wir alle Zutaten dafür direkt ein. Auf dem Markt wimmelt es nur so von Menschen und es wird alles angeboten was das Herz begehrt ;-) von Hühnchen Beinen und Köpfen bis zu hunderten Sorten Kartoffeln. Die Kartoffeln sehen zum Teil eher aus wie harte Steine, schmecken gekocht jedoch vorzüglich. In der Küche des Guesthouses starteten wir mit den Vorbereitungen für die Suppe. Diese beinhaltet diverse Zutaten wie Hühnchen, Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Frühlingszwiebeln, Erbsen und eine Erdnusspaste.

Für die Schärfe bereitet man eine spezielle scharfe Sauce zu mit Chilli und Tomaten, diese werden auf einem grossen Stein und mittels eines grossen Steines zu einem Püree vermischt. Die fertige Suppe hat uns sehr gut geschmeckt und ein lustiger Vor- und Nachmittag ging somit zu Ende.

Wir besuchten anschliessend in der Innenstadt das Museum Casa de la Libertad. Das Museum erzählt die Geschichte Boliviens bis zu deren Unabhängigkeit. Um die Zeit noch ein wenig zu überbrücken, bis ich endlich wieder meine Kamera abholen konnte, schlenderten wir noch ein bisschen durch den zentralen Markt und zogen den Duft der unzähligen frischen Früchte ein.

Gespannt kamen wir im Kodak-Shop an, ich zog mein Zetteli aus der Tasche, doch der Chinese meinte die Kamera sei noch nicht repariert, es sei schwierig und er vertröstete mich auf Morgen. AHA jetzt plötzlich, naja ich hatte ja zum Glück noch meine Mini-Unterwasserkamera dabei. Mit dieser komm ich morgen auf der Hiking-Tour auch nochmals irgendwie über die Runde.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Erkundung der Umgebung von Sucre. Von Diego und dem Fahrer Pedro wurden wir frühmorgens abgeholt und los ging die kurvenreiche Fahrt bis zu unserem Walking-Startpunkt auf 3500 Meter über Meer. Von hier aus liefen während 3 Stunden einen alten Inca-Trail bis auf 2600 Meter runter. Es war wunderschön, wir ganz alleine mit unserem Guide Diego, einer besonderen Flora und immer wieder einer wunderbaren Aussicht. 

Fahrer Pedro holte uns am Ende der Strecke ab und weiter ging's bis ins Dorf Maragua wo wir im Hostal Rumi Wasi auf der kleinen Terrasse unser Mittagessen verspeisten. Das Dorf ist sehr arm und lebt nur von der Landwirtschaft. Bei einer Familie waren wir dann auch kurz im Hof drin. Leider war nur die Tochter dort und zeigte uns an welchem Webstück ihre Mutter zur Zeit arbeitet.

Die Fahrt führte uns weiter ins Dorf Quila Quila, dort liefen wir einen Hang empor bis zu einem Felsen mit Einritzungen aus der Inka-Zeit. Diese sind noch sehr gut erhalten.

Eine kurvenreiche Fahrt brachte uns schliesslich zurück nach Sucre und ein eindrücklicher Tag fand somit sein Ende. Ah nein ich musste ja unbedingt meine Kamera abholen. Somit standen wir kurze Zeit später wieder im Kodak-Shop und schon beim Anblick meinte der Chinese, die Kamera ist immer noch nicht bereit. Das wurde mir nun langsam zu viel. Da wir Morgen ja bereits weiterreisen, muss die Kamera heute noch her. Kurz vor 20.00 Uhr ging Chris nochmals kurz in den Shop und musste geschlagene 20 Minuten warten. Endlich die Kamera war da aber geflickt war sie nicht, bezahlen mussten wir zum Glück auch nichts. Zu meinem Erschrecken war sie mehr kaputt als vorher und es funktionierte praktisch gar nichts mehr. Meine Enttäuschung war riesig. Ihr könnt Euch ausmalen was wir als erstes in Potosi unserer nächsten Station gemacht haben ;-)

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