Copacabana - nein nicht in Rio sondern am Titicacasee

Die Fahrt mit dem Bus von La Paz nach Copacabana war sehr eindrücklich und abenteuerlich. Um die Stadt zu verlassen fährt man hoch zu "El Alto" und durch El Alto hindurch. Entlang vieler kleiner Dörfer geht's kurvenreich weiter bis man schliesslich einen ersten Blick auf den Titicacasee den grössten, höchstgelegenen Süsswassersee der Welt, erhascht. Einen kleinen Zwischenarm des Sees muss man mit einem Boot übersetzen. Wir mussten alle aus dem Bus raus und in winzige, ziemlich nach Benzin stinkende Motorboote steigen, mit denen wir dann rüberfuhren. Der Bus wurde kurzerhand auf eine Holzfähre gefahren. Beim Anblick der Überfahrt, hoffte ich ganz schwer, dass die Fähre nicht unterging mit samt unserem Gepäck. Glück gehabt, der Bus kam heil auf unserer Seite an ;-).

Weiter ging die Fahrt bis wir schliesslich den kleinen Hafenort Copacabana erreichten. Wir haben uns im "Las Olas" einquartiert. Ein super lustiges Guesthouse. Jedes Häuschen ist anders gestaltet und die Anlage ist super gepflegt und wir haben eine traumhafte Aussicht direkt auf den glitzernden Titicacasee. Übrigens wir befinden uns auf 3840 Meter über Meer. Sobald die Sonne da ist, brennt sie mit voller Wucht vom Himmel, wenn die Sonne jedoch verschwindet wird es ganz schnell bitterkalt.

Ja was macht man den hier in diesem kleinen Ort eigentlich? Klar "Trucha" essen. Feine Forelle aus dem Titicacasee. An der Uferpromenade reihen sich die kleinen Restaurants mit ihren Plastikstühlen aneinander und man hat wieder mal die Qual der Wahl. Denn anbieten tun sie praktisch alle das gleiche. Trucha fritiert, gedämpft, gekocht, mit allen möglichen Saucen und natürlich wie immer in Bolivien mit vielen Kohlenhydrathen gleichzeitig dazu (Reis, Kartoffeln, Bohnen). Unsere Wahl fiel auf den Stand 19 mit dem erotischen Namen Pamela ;-).

Nachdem wir die ersten 1 1/2 Tage in Copacabana gut und viel geschlafen, die Sonne genossen und einfach nur relaxt haben, ging's am dritten Morgen um 8 Uhr los mit dem Boot zur Isla del Sol. Die Fahrt dauerte 2 Stunden, hätte man jedoch Boote mit mehr Antrieb würde man für die Fahrt nicht mal die Hälfte benötigen ;-). Dafür kann man in der Zeit die wunderbare Aussicht geniessen und sich die Sonne auf den Kopf brennen lassen.

Im Norden der Insel, im kleinen Dorf Cha'llapampa angekommen, besuchten wir zuerst ein kleines Museum und wanderten anschliessend los bis zu den Chincana Ruinen. Von einem Guide erhielten wir hier noch ein paar Informationen. Die Insel ist 10 Kilometer lang und 4 Kilometer breit. Hier bei diesen Ruinen soll der Ursprung der Inkakultur entstanden sein. Ebenfalls soll sich die sagenumworbene Stadt Atlantis, ein paar hundert Meter vor der Küste, zwischen zwei Felsen befinden. Mit viel Vorstellungskraft kann man natürlich alles glauben ;-).

Wir machten uns weiter auf den Weg nun Richtung Süden. Über einen alten gepflasterten Inkapfad führte uns der ca. 10 Kilometer lange Weg über mehrere Hügel mit einer Vielzahl von fantastischen Aussichtspunkten. Ziemlich ausser Puste, wir befinden uns fast auf 4100 Metern, kamen wir schliesslich in Pilkokaina an, wo unser Ausflugsboot zur Rückfahrt wartete.

Bei einem schönen Sonnenuntergang inklusive feinem Abendessen genossen wir den Rest des Tages.

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück liefen wir auf den kleinen Hügel zum Horca del Inca hoch. Dies ist ein bekannter archäologischer, präkolumbianischer Ort und diente einst als astronomisches Observatorium. Zwei Felsblöcke mit mehr als 5 Metern Höhe sind mit einem querliegenden Felsen verbunden und dies inmitten anderer Felsformationen. Scheinbar diente der Ort dazu, die Jahreszeiten zu bestimmen.

Unterwegs schwirrten ein paar Kolibris umher und man hat zusätzlich eine super Aussicht auf Copacabana und den Titicacasee.

Am späteren Nachmittag entschied sich Chris noch auf den Cerro Calvario hochzugehen. Er hat ein paar tolle Bilder von der Aussicht dort oben geschossen inkl. Selfie ;-).

Copacabana war ein Traum. Wir haben die Zeit hier sehr genossen und auch so richtig schön entspannen können. Morgen geht's weiter über die Grenze nach PERU... Ein neues Land wartet darauf entdeckt zu werden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Caro (Mittwoch, 17 Februar 2016 05:50)

    Klingt ja schon sehr abenteuerlich, das mit der Fähre… Und 4100 Meter Höhe-WOW.