Pisco - Paracas Halbinsel und Islas Ballestas

Während der kurvenreichen Busfahrt ging es mir immer schlechter, ich behaupte nicht nur wegen den Kurven auch wegen der eigentlich sehr feinen Limonade in Cusco. Es kam wie es kommen musste.  Die schnelle Reaktion des Bus Steward konnte zum Glück viel Schlimmeres verhindern. (Er brachte mir geistesgegenwärtig ein paar Plastiktüten) trotzdem hat der Busboden was abbekommen. Sehr peinlich. Der Bus Steward meinte nur er hätte schon viel viel Schlimmeres gesehen und ich sei garantiert nicht die Erste. Naja auch nicht wirklich tröstlich ...

Die weiteren Male hat es dann zum Glück auf die Toilette gereicht. Dies ist meiner Ansicht nach auch eine Meisterleistung, da man während des fahrenden Busses inklusive der vielen Kurven die Treppe runtersteigen muss um überhaupt zur Toilette zu gelangen. Irgendwie übermannte mich dann trotzdem der Schlaf und wir kamen 14 Stunden später in Nasca an wo wir 2 Stunden später den Bus nach Pisco bestiegen. Nach weiteren 3 Stunden waren wir endlich in Pisco.

In Pisco organisierten wir für die nächsten beiden Tage noch die Touren zu der Halbinsel Paracas und zu den Islas Ballestas. Da es uns Beiden nicht sehr gut ging, beschlossen wir den Abend mit einer Suppe und gingen früh schlafen.

Am frühen Nachmittag des nächsten Tages starteten wir die Tour zu der Halbinsel Paracas. Die Halbinsel liegt in mitten der peruanischen Wüste. Die fischreiche Küste bietet zahlreichen Tieren wie Seelöwen, Kormoranen und Pelikanen einen idealen Lebensraum. Zum Schutz dieser Tiere wurde 1975 ein grosses Naturschutzgebiet eingerichtet zu dem auch die Islas Ballestas gehören.

Paracas Halbinsel

Paracas bedeutet Sandsturm. Die Stürme auf der Halbinsel können scheinbar sehr heftig sein. Wir hatten zum Glück gutes Wetter. Die Fahrt durch die hügelige Wüste war sehr holprig und unser Bus hatte schon zu Beginn ein wenig Mühe. Die unterschiedlichen Farben des Wüstenbodens sind sehr interessant anzusehen. Im Informationszentrum hatten wir die Gelegenheit mehr über die Gesteinsformationen und die Fauna dieser Halbinsel zu erfahren. Die Fahrt ging weiter zum kleinen Fischerort Lagunillas. Dort gab es ein feines Ceviche und ein bisschen Erholung. Danach ging die Fahrt weiter. Bei den Steilklippen die aus 100 Metern Höhe den Blick auf "La Cathedral" freigeben, eine Felsformation die mal wie eine Kirche aussah, genossen wir die spektakuläre Aussicht. Leider ist bei einem schweren Erdbeben im Jahre 2007 der Rundbogen der Kirche eingestürzt. Der Bus fuhr am Schluss so schnell über die holprige Wüstenstrasse, dass wir immer wieder aus unseren Sitzen katapultiert wurden und der Bus vor dem Ort Paracas einfach stehenblieb. Welch ein Glück, dass wir innerhalb weniger Minuten bereits in einen Ersatzbus umsteigen konnten :-) und dann doch noch sicher in Pisco ankamen.

Islas Ballestas

Früh am nächsten Morgen fuhren wir von Pisco mit dem Taxi zur Bootsanlegestelle in Paracas. Mit einem Motorboot ohne Deck fuhren wir raus zu den zahlreichen vorgelagerten Inseln. Der erste Stopp legten wir bei "La Candelabria" ein. Die Figur ist sage und schreibe 100 Meter hoch und ist in den felsigen Untergrund eingearbeitet worden. Die zentimeterdicke Sandschicht bedeckt das Kunstwerk. Da es in dieser Gegend so gut wie keine Niederschläge gibt und der Hügel vor dem Süd-Nord Wind schützt ist dieser Geoglyph immer noch sehr gut erhalten. Über die Entstehung ranken sich unzählige Mythen und Geschichten, jedoch ist keine davon wirklich je bewiesen worden.

 

Auf den weiteren Inseln leben Unmengen von Seevögeln und Robben, welche dort ihre Jungen grossziehen. Die Inseln beherbergenm einen grossen Reichtum an Vogelkot auch Guano genannt. Im 19. Jahrhundert war Guano ein Exportschlager, da es noch keine künstlichen Düngelmittel gab. In dieser Zeit wurde jeweils eine Schicht von 30 m Guano auf den Inseln abegtragen.  Heute wird jediglich alle 7 Jahre eine Schicht von 2 m abgetragen. Arbeiter aus den Anden, wie Aycucho und Huancavelica die an kaltes Wetter und steile felsige Umgebung gewöhnt sind, arbeiten 3 - 4 Monate auf den Inseln. Noch heute wird der grösste Teil in alle Welt exportiert.

Zurück an Land, fuhren wir wieder nach Pisco. Von dort reisten wir 2 Stunden später weiter mit dem Bus nach Lima. Wir sind gespannt au diese Grossstadt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0