Potosi - die ehemalige Silberstadt

Nach ca. 3 Stunden Busfahren kommen wir in Potosi in der Stadt der Mineros-Bergleute an. Warum es die Stadt überhaupt gibt, liegt im Berginnern des Cerro Rico versteckt. Voll beladen mit wertvollstem Silber beglückte er die Menschen vor vielen hundert Jahren mit sagenhaftem Reichtum: hier wurde das Geld geprägt und sogar die Türen waren mit Silber beschlagen. Die Einheimischen nennen ihren Cerro Rico auch "der Berg der Menschen frisst". Bis heute vermutet man, dass bis zu 8 Millionen Menschen, hauptsächlich indianische Zwangsarbeiter, dem Berg zum Opfer vielen.

Mit den Jahren hat sich vieles geändert. Der Berg ist mittlerweile fast ausgebeutet. Heute wird nicht mehr Silber sondern hauptsächlich Zinn gewonnen. Manche Wahrzeichen der Stadt lassen einem aber noch daran erinnern, wie Prunkvoll es hier einmal gewesen sein muss. Trotzdem mit der Ausbeute des Silbers, hat die Stadt ihren einstigen Glanz und ihre Bedeutung verloren. Nur eines hat sich bisher nicht geändert. Im Cerro Rico wird immer noch von Menschenhand abgebaut genau genommen von den Händen der Mineros. Nach langem hin und her haben wir uns aber gegen einen Besuch der Minen entschieden. Diese unwürdige, menschenverachtende Arbeit, welche vom Staat nicht besser geschützt wird,  wollte ich nicht unterstützen.

Ich musste ja noch unbedingt eine neue Kamera finden. Da die Alte wirklich nur noch Schrott war. So gingen wir dann auf die Suche. In Bolivien oder auch allgemein in den Südamerikanischen Ländern gibt es für jeden Bereich eine Strasse. Sei es für Möbel, Elektronik oder sonst was, alles findet seinen Platz in der richtigen Strasse. So fanden wir dann auch die mit den unzähligen kleinen vollgestopften Elektronikläden. Nach abklappern der einzelnen Läden, ich hatte ja schliesslich meine Ansprüche, bin ich dann doch noch fündig geworden. Nun habe ich für viel Geld eine neue Sony Kamera mit ebenfalls 30ig-fachem Zoom ergattert ;-). Chris meinte ich hätte gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Am nächsten Tag spazierten wir bei traumhaftem Wetter über den riesigen Markt, für diesen extra für zwei Tage die Strassen gesperrt wurde. Anschliessend besuchten wir das Mueso de la Moneda (Haus des Geldes). Hier wurde damals das Geld für die spanische Krone geprägt. Natürlich alles von Menschenhand oder mit Pferdestärke.

Bevor wir den Nachtbus nach La Paz nahmen, kehrten wir noch im kleinen tradtionellen Restaurant Potocchi ein. Neben einer feinen hausgemachten Suppe, musste ich natürlich die "Röschti" mit Spiegelei und Speck probieren. Sehr lecker ;-). Vom überaus freundlichen Besitzer erfuhren wir dann auch woher die "Röschti" wirklich kommt - natürlich aus Bolivien. Denn mit über 2000 Sorten sind Bolivien und Peru die Herrenländer der Kartoffeln. Er hat uns somit erwischt und wir konnten herzhaft darüber lachen. Chris genehmigte sich das Lama mit Quino, das Inka Essen par Excellence.

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